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Review: Muv-Luv Alternative: Total Eclipse

Verfasst am 04.03.2013 von ephoenix.

Auf zu neuen Schandtaten, mit dem nächsten Anime-Review. Vorweg noch eine kleine „Warnung“: Dieser Artikel wird ein wenig anders aussehen, als die bisherigen Blogeinträge. Im Zuge des Redesigns dieser Homepage habe ich mir auch vorgenommen, besser strukturierte Texte zu schreiben. Das heißt mehr Unterüberschriften, mehr Absätze für bessere Lesbarkeit, Bildunterschriften und so weiter und so fort. Das Problem daran ist, dass das aktuelle WordPress-Theme nicht darauf ausgelegt ist, die neue Struktur zu unterstützen. Also wundert euch nicht, falls Blogeinträge ab jetzt etwas merkwürdig aussehen, aber ich habe einfach keinerlei Motivation, Änderungen am aktuellen Theme vorzunehmen, denn die Arbeiten am neuen Theme gehen bis jetzt gut voran. Ich will keine zu definitiven Versprechungen machen, aber wenn ich so gut vorankomme wie bisher, dann könnte das neue Design schon in ungefähr einem Monat fertig sein.
muvluv

Story

Genug der langen Worte, gehen wir über zum Review. Muv-Luv Alternative: Total Eclipse spielt in einer alternativen Welt, in der die Erde von einer Rasse außerirdischer Wesen namens BETA (Beings of Extra-Terrestial origin who are Adversaries to the human race; Reim dich, oder ich fress dich… ;) ) angegriffen wird. Viele der ärmeren Nationen der Erde und so gut wie alle Schwellen- und Entwicklungsländer wurden innerhalb weniger Jahre überrannt und die verbleibende Bevölkerung konzentriert sich hauptsächlich auf die auf die wenigen BETA-freien Gebiete der Erde (Amerika, Alaska, Teile von Japan, Europa). Anscheinend hat in dieser Realität der kalte Krieg auch nie wirklich geendet. Aus dieser Situation resultiert ein erzwungener, aber brüchiger Frieden.

Die Bedrohung durch die BETA geht nicht von irgendwelchen übermächtigen Kräften oder Fähigkeiten aus, denn sie können durchaus mit konventionellen (wenngleich auch größeren) Waffen besiegt werden. Die Bedrohung rührt hier vielmehr von der schier unglaublichen Anzahl und dem offenbar nie abreißenden Nachschub an Gegnern her. Aufgrund überragender Manövrierbarkeit gegenüber konventionellen Panzern, sind sogenannte Tactical Surface Fighter (kurz: TSF) die wirksamste Waffe der Menschheit. Dabei handelt es sich um humanoide, flugfähige Kampfroboter, die von jeweils einem, bei manchen Modellen auch zwei Piloten gesteuert werden. Alle Nationen veranstalten jetzt ein Wettrüsten, um die BETA noch effektiver auszuschalten, wobei die Überreste der UDSSR natürlich wieder ihr eigenes Ding drehen.

Innerhalb dieses Settings folgt der Plot nun den beiden Protagonisten Yui Takamura und Yuuya Bridges. Erstere ist ein Lieutenant in der kaiserlichen japanischen Armee und überwacht als Elitepilot ein Projekt zur Aufrüstung der, bisher hinter dem Standard hinterherhinkenden, japanischen TSFs. Die ersten paar Folgen des Anime konzentrieren sich auf den Angriff der BETA auf Japan, den Yui nur knapp überlebt. Letzterer ist ein japanisch/amerikanischer Elitepilot der US Air Force und wird einige Jahre nach Yuis verzweifeltem Überlebenskampf, als Testpilot für den neuentwickelten TSF, auf die Yukon-Basis in Alaska versetzt. Dort nimmt er als Pilot des „Argos-Test-Flight“ an mehreren Kampfmanövern teil. Bei mehreren Gelegenheiten, wie zum Beispiel einem terroristischen Angriff auf die Yukon-Basis, muss Yuuya sowohl sein Können, als auch die Potenz des nachgerüsteten TSFs in realen Gefechtssituationen beweisen.

Im Laufe des Anime bahnt sich (wer hätte es gedacht) auch eine Romanze zwischen Yuuya und Yui an. Und wie man es von Anime gewohnt ist, entwickeln natürlich auch sämtliche anderen weiblichen Charaktere (abgesehen von den anderen Mitgliedern der Argos-Einheit und der Barkeeperin in der Stammkneipe) Gefühle für Yuuya und versuchen diesen mehr oder weniger… sagen wir … feinfühlig anzubaggern.

Charaktere

Bis auf die beiden Hauptcharaktere, deren Hintergrundgeschichten näher beleuchtet werden, bleibt der gesamte restliche Cast recht blass. Yuuya ist im Prinzip eine 1zu1-Kopie des Piloten Maverick aus Top Gun. Ein Elitepilot, der dank seiner schweren Kindheit einen ausgeprägten Hass auf alles Japanische entwickelt hat und mit sich selbst nicht so recht klarkommt. Yui dagegen ist eine strikte Pilotin, die aus einer Samurai Familie stammt und deren Vater an der Entwicklung der ersten TSFs beteiligt war. Sie ist stolz auf Japan und auch auf ihre Abstammung. Als Yuuyas direkte Vorgesetzte sind die Beiden natürlich zuerst wie Katz und Maus. Yui schafft es im Laufe der Serie Yuuyas Japanhass abzumildern, und auch er selber lernt sich und sein Können besser einzuschätzen.

Soweit so gut. Jetzt kommt allerdings die große Schwachstelle der Charakterentwicklung. Während Yui sich ziemlich schnell eingestehen muss, dass sie (teilweise zu ihrem eigenen Erstaunen) hoffnungslos in Yuuya verschossen ist, ist dieser (Animetypisch) mal wieder nicht Manns genug sich für eine der der weiblichen Interessentinnen zu entscheiden. Auch wenn ich, abgesehen von Yui, die Annäherungsversuche der anderen weiblichen Charaktere nicht wirklich ernst nehmen kann.

Weder konnte in meinen Augen das sozial verkümmerte russische Pilotinnenduo Cryska Barchenowa und Inia Sestina, von denen die eine mit dem Begriff Liebe nichts anfangen kann und die andere Yuuya als ihren großen Bruder betrachtet, überzeugen. Noch konnte ich mit mit der chinesischen Testpilotin Cui Yifei, die keine Gelegenheit auslässt, Yuuya bereits als ihren Angetrauten zu behandeln und zu versuchen ihn zu einer Honeymoon-Reise zu überreden, etwas anfangen. Dadurch, dass Yui sich immer wenn sie allein mit Yuuya ist, aufführt wie eine 16-jährige Teenagerin und außer Stammeln und Rotwerden, kein klares Wort rausbringt und aufgrund des krankhaften Mangels an Entscheidungsfreudigkeit unserer männlichen Hauptrolle bleibt diese Seite des Plots natürlich wieder mal im Graben liegen.

Grafik & Sound

Grafisch ist der Anime auf aktuellem Niveau. Hier gibt es deshalb nichts zu beanstanden. Die Kämpfe sind gut und actionreich umgesetzt. Die Mechs, sämtlich nach aktuellen Kampfflugzeugen benannt (F-16, F-22A, etc.), sind schön flüssig animiert was die Gefechte zu einem echten Augenschmaus macht. Der Sound klingt größtenteils „realistisch“, falls man dieses Wort für 15m große humanoide Kampfroboter benutzen kann. Mir hat besonders das fiese pfeifende Geräusch der Jump-Units (große Vektorschubtriebwerke, mit denen die TSFs größere Hüpfer machen können) gefallen. Der Soundtrack ist, abgesehen von der Musik des ersten Abspanns, die ich sehr gut fand, größtenteils recht unauffällig. Wobei ich bei diesem Anime den Soundtrack nicht besitze und daher auch nicht komplett gehört habe.

Fazit

Als Mecha-Freak kann man Muv-Luv eigentlich nicht nicht mögen. Zumal gute Mecha-Anime in letzter Zeit rar geworden sind. Fetzige, gut animierte Kämpfe gegen BETA-Käfer-Gekröse oder gegen andere Mechs machen Laune. Die ruhigeren Episoden dazwischen sind auch nicht schlecht und des Öfteren auch gewürzt mit einer guten Portion Dialogwitz. Yuuyas „Special Ability“, allen möglichen Dingen und Personen Spitznamen zu geben, sorgt auch ab und an für einige Lacher. Das einzige Manko sind wirklich die Romanze-Episoden, die einfach nur schlecht sind und aufgrund derer sich der Anime gerade in der zweiten Hälfte etwas zieht. Zum Glück zieht die Qualität am Ende der Serie wieder merkbar an. Wer sich nichts aus Mechs macht, wird allerdings diesem Anime nicht viel abgewinnen können. Daher würde ich Muv-Luv Alternative: Total Eclipse objektiv mit 6 von 10 Punkten bewerten. Mecha-Fans können gut und gerne 2 Punkte zu dieser Wertung hinzuaddieren.

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